Die japanische Brücke
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Die japanische Brücke In den 1890er Jahren legte Claude Monet in Giverny einen Garten an. In dieser Zeit war besonders bei Künstlern der sog. Japonismus in Mode. Claude Monet ließ über einen Teich eine Brücke nach japanischem Vorbild errichten. Vor allem ihretwegen erhielt der Wassergarten den Beinamen „Japanischer Garten“. Der Garten diente Monet als Motiv für viele seiner Gemälde. Neben den Seerosen-Bildern malte Monet in den letzten Jahrzehnten seines Lebens obsessiv immer wieder die japanische Brücke. Auch als seine Sehkraft nachließ schuf er fast abstrakte Kompositionen und doch zeigen sie alle dieselbe Brücke und denselben Teich; ein Zeugnis von Monets lebenslanger Hingabe an seinen Garten. Die Brücke ist zweckfrei. Sie ist keine Wege-Verbindung, sondern nur eine kontrastierende Schönheit in der Natur, eine eingefügte menschliche Tat - ein, die Natur ergänzendes Konstrukt. Die Brücke ist ein Motiv, an dem der Maler nie satt wurde, sich daran abzuarbeiten. Die "japanischen Brücken" sind Perlen des Impressionismus - leuchtende Symphonien aus Blau- und Grüntönen, die das Zusammenspiel von Wasser, Spiegelung, Laub und Licht einfangen. Monets ikonische Brücke und die Umgebung des Teiches verschmelzen. Sie stehen für Reflexionen und Übergänge im Leben. Viele Künstler der Moderne wurden von Monets japanischer Brücke beeinflusst. So ähneln die dichten Farbtexturen von Jackson Pollock denen von Monets späten Werken. Die Siebdruck-Serie Flowers von Andy Warhol ist von den Seerosenbildern Claude Monets inspiriert und das Ölgemälde Show me the Monet von Banksy aus 2005 greift ebenfalls Motiv und Stil von Monets japanischer Brücke auf. Gerhard Multerers japanische Brücke ist ein Lesebuch, mit dem jene Farbstimmungen (Impressionen) und jene "Brücken" - von der einen in die andere Farbe - selbst "gemalt" werden können. Zum 100. Todestag von Claude Monet soll die japanische Brücke leben. (Gerhard Multerer) | ||
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